Auguste, das Orginal

Die Vorgeschichte:
„Da steht schon seit Jahren ein alter Schlepper rum…“ sagte ein Modellbau-Kollege eines schönen Tages im Jahre 2005.
Ja – manche Projekte dauern etwas länger, dennoch habe ich mich damals gleich zum in der Nähe gelegenen Hafenbecken im Neuköllner-Hafen in Berlin aufgemacht.
Da lag er, ohne Verwendung und stark angegammelt mit russischer Beschriftung.
Der gefiehl mir auf Anhieb und ich machte haufenweise Bilder von jeder Ecke, an die ich rankam. Dann begann mein Nachfragen. Was ist das für ein Schlepper?

seitenans

Erst nach Klärung der Besitzverhältnisse und dem Eignerwechsel im Jahr 2008 wurden einige Details bekannt.:

Nachfolgend der Stand der Historie im Januar 2009:
Wesentliche Informationen habe ich durch www.ddr-binnenschifffahrt.de erhalten.

Name: Spree
ex Name: Spre (kyrillisch) / Christa Maria / ? Auguste ?
Requisiten Name: „Auguste“ in kyrillisch.
gemeldet in: Deutschland

Technische Daten
Länge: 14,40
Breite: 3,78
Tiefgang: 1,57
Maschinenleistung: 140 PS
Maschinenanlage: Dieselmotor
Baujahr: 1937
Erbaut in: Brandenburg (vermutlich Neuaufbau)
Bauwerft: Gebr. Wiemann / Bau-Nr.: 308

Verlauf:
Bei diesem Motorschlepper handelt es sich vermutlich um einen früheren Neuaufbau des ex Schiffes „Auguste“ (Daten unbekannt).
Anfangs in Privatbesitz, verblieb der Schlepper nach Kriegsende in der damaligen sowjetischen Zone, wurde durch die Sowjetarmee beschlagnahmt und der SOAG unter dem russischen Namen „SPRE“ in Kyrillischer Schrift eingegliedert. (sogenannte rote Flotte) !

1949 zugehörig der DOS mit der deutschen Schreibweise „Spree“ kam der Schlepper 1953 zur DSU und bekam dort die Pass-Nr. A 806 (für eingegliederte DOS-Schiffe zur DSU)
1957 unter der Pass-Nummer M 2-145 bei dem VEB Binnenreederei fahrend.
1976 aus dem aktiven Schleppzugdienst verlegt als Schleppbugsierer beim ACZ-Groß Kreuz unter der Pass-Nr.: SB 2-084
1979 Umbau zum Schubschlepper und zum ZBE Düngestoffe unter der neuen Reg.Nr. der Technischen Flotte SCH 4 B 23-370 verlegt – dort im Einsatz bis 1990

Nach der Wende in Privatbesitz nach Ketzin verkauft – vermietete der Eigner den Schlepper an die DEFA-Spielfilmproduktion, daher auch der Umbau zum „Dampfer“ in seiner heutigen Gestaltung mit russischen Aufschriften. Sein vermutlich letzter Einsatz war bei Dreharbeiten der Filmstudios Babelsberg für den Film „Enemy at the gates“ im Jahr 2001. Die aufgebrachten Schriftzüge sind im Film kaum zu erkennen, der am Bug bedeutet “ Auguste“.

Der Schlepper gelangte dann in Privatbesitz dessen Eigner tödlich verunglückte – dann entstand ein jahrelanger Streit um die Urheber und Besitzrechte, der erst 2008 endgültig – gerichtlich – geklärt werden konnte.

Nunmehr ist der Schlepper im Besitz von Herrn Hammerschmidt (Historischer Hafen Berlin)und sieht wie folgt aus:

Neue Informationen werden kurzfristig hier publiziert.